Nicht jeder Igel braucht Hilfe! Igel laufen naturgemäß vor Menschen nicht weg, sondern rollen sich ein und vertrauen auf ihr Stachelkleid als Schutz! Deshalb wurden Igel in der Vergangenheit leider viel zu schnell in menschliche Obhut genommen!

 

Auch kleine Jungtiere haben in der Natur wesentlich größere Überlebenschancen als man annimmt, deshalb sollte man sie im Herbst nicht ins Haus holen. In menschlicher Obhut überwinterte Igel haben im Frühjahr erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie wieder in die Natur entlassen werden!

 

Gesunde, aber zu dünne Igel, die im Herbst noch weniger als 250 Gramm wiegen, kann man draußen vor Ort zufüttern. Hundetrockenfutter, ungewürztes Rührei oder Igeltrockenfutter aus dem Zoohandel sind geeignet. Milch kann zu schweren Verdauungsstörungen führen!

 

Tagsüber unterwegs sind auch aufgestörte Igel. Wenn  in Garten und Parks gearbeitet, Laub- oder Reisighaufen entfernt, Baumaßnahmen begonnen werden oder Hunde herumstöbern, können Igelnester zerstört sein. Dann sucht auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf. Manchmal wechseln säugende Igelweibchen tagsüber zwischen Aufzuchtnest und einem weiteren Tagesschlafplatz.

 

In folgenden Fällen sollte man eingreifen und die Tiere am besten in professionelle Hilfe (Tierarzt, Pflegestation) geben.

 

Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee und tagsüber herumlaufen: Meist sind es Jungtiere, die spät geboren, evtl. auch krank sind und/oder sich im Spätherbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.

 

Verletzte Igel:  Oft deutet schon der Fundort (am Straßenrand) auf Verletzungen hin. Tiere, die in Gruben oder Lichtschächten  aufgefunden werden, evtl. schon länger ohne Wasser und Futter gefangen waren und apathisch wirken brauchen ebenfalls Hilfe.

 

Kranke Igel suchen oft tagsüber Futter, laufen unsicher, torkeln, sind apathisch und rollen sich nicht ein, wenn ein Mensch sich nähert. Auch wenn Schmeißfliegen die Igel umfliegen ist das ein Alarmsignal!  Gesunde Igel haben glänzende, halbkugelig hervorstehende Augen, bei kranken Tieren sind sie stumpf, eingefallen und schlitzförmig.

 

Verwaiste Igelsäuglinge:  Ein kleiner Igel, der womöglich mit geschlossenen Augen orientierungslos außerhalb des Nestes unterwegs ist, kann auf Hilfe angewiesen sein. Man sollte das Tier zunächst für einige Zeit beobachten, es ist möglich, dass die Mutter lediglich auf Futtersuche ist oder aufgeschreckt wurde. Kehrt sie nicht zurück oder ist das Tier stark von Parasiten wie Flöhen oder Fliegenmaden befallen, braucht es menschliche Hilfe.

 

Igel NABU

Pro Igel

 

Langfristig ist ein naturnaher Garten mit ein wenig Unordnung, einem Garteneck mit einem Laub- oder Reisighaufen und heimischen Sträuchern und Bäumen die beste Igelhilfe!